Kathedrale La Seu
Hier beginnt dein Rundgang, gleich mit dem Bau, der Palma prägt. Die Kathedrale La Seu steht direkt am Meer, angelehnt an die Stadtmauer, zwischen dem Königlichen Palast La Almudaina und dem Bischofspalast. Offiziell heißt sie Santa Maria von Palma; „La Seu“ nennt man sie, wie viele andere Bischofskirchen auch. Sie ist die meistbesuchte Sehenswürdigkeit der Stadt.
An ihrer Stelle stand die größte Moschee von Madina Mayurqa, wie Palma unter den Almohaden hieß. Nachdem König Jakob I. die Stadt 1229 erobert hatte, gründete er das Bistum neu und ließ auf dem Gelände der Moschee bauen; schon 1230 weihte Bischof Pere de Morella den Ort. Das älteste erhaltene Stück ist die Dreifaltigkeitskapelle, 1327 vollendet und als Grablege der Könige von Mallorca gedacht. Ab 1386 verschwanden die letzten Spuren der Moschee, 1498 war der Glockenturm fertig, gebaut wurde bis ins 17. Jahrhundert.
Drinnen lohnt sich der Besuch vor allem wegen zweier Zahlen: Das Mittelschiff ist 44 Meter hoch, das achthöchste der Welt, und die große Rosette misst fast 14 Meter im Durchmesser; unter den erhaltenen gotischen Rosetten ist nur eine größer. Ungewöhnlich ist auch, dass Lettner und Chorgestühl mitten im Schiff stehen. Achte darauf, was spätere Zeiten hinzufügten: barocke Wandbilder und Altäre nach dem Konzil von Trient und ab 1903 die weitreichenden Umgestaltungen im Inneren, die Antoni Gaudí leitete.
Bevor du hineingehst, schau auf die Westfassade: Sie war ursprünglich oben flach und bekam ihren neugotischen Giebel erst Mitte des 19. Jahrhunderts, weil der Bau statische Probleme hatte. Wenn du in Palma nur eine Kirche von innen sehen willst, dann diese. Danach sind es nur 110 Meter, rund eine Minute, hinüber zum Königlichen Palast La Almudaina, der der Kathedrale direkt gegenübersteht.


















