Römische Stadtmauer Tarragona
Hier beginnt Tarragona, und zwar ganz am Anfang. Die Römische Stadtmauer Tarragona gehört zu den ersten großen Bauprojekten, die die Römer in Angriff nahmen, nachdem die Scipionen 218 v. Chr. in Empúries gelandet und nach Tarraco gekommen waren. Im Zweiten Punischen Krieg war Tarraco ihr wichtigster Militärstützpunkt. Zuerst umgab nur eine Holzpalisade das Lager, dann folgten zwei steinerne Bauphasen.
Schau zuerst nach unten. Der Sockel besteht aus riesigen, grob gefügten Steinblöcken. Darin öffnen sich kleine Pforten, durch die gerade ein Mensch zu Fuß passt; sie dienten rein militärischen Zwecken. Darauf sitzt eine doppelte Schale aus behauenen Quadern, meist mit gewölbter Bossenoberfläche, und der Raum zwischen den beiden Schalen ist mit Lehmziegeln und kleinen Steinen verfüllt.
Die erste Mauer war 4 Meter breit und 6 Meter hoch und wurde von viereckigen Türmen verstärkt. Drei davon kennt man: den Minervaturm, auch Sant Magí genannt, den Turm des Cabiscol oder Seminari und den Turm des Erzbischofs, der im 14. Jahrhundert neu aufgebaut wurde. Nur wenige Jahre später baute man breiter und höher, auf 6 Meter Breite und 12 Meter Höhe. Das hängt wohl mit den Feldzügen des Konsuls Cato zusammen, der zu Beginn des 2. Jahrhunderts v. Chr. Aufstände der einheimischen Stämme niederschlug.
Was du heute siehst, ist das Ergebnis von fast 22 Jahrhunderten: Die Mauer wurde immer wieder ausgebessert, und ganze Stücke stecken in mittelalterlichen, neuzeitlichen und modernen Häusern. Der Innenbesuch kostet Eintritt und lohnt sich vor allem, wenn dich die Römer interessieren und du die Bautechnik aus der Nähe sehen willst. Danach sind es 470 m und etwa 6 Minuten hinauf zur Kathedrale von Tarragona.










