Neuer Markt
Du stehst auf einem fast quadratischen Platz von etwa 90 mal 80 Metern, dem einstigen Herz der Hansestadt. Rostock bestand ursprünglich aus drei Teilstädten, Alt-, Mittel- und Neustadt, und jede hatte ihren eigenen Markt mit Rathaus und Pfarrkirche. Der Neue Markt der Mittelstadt setzte sich schnell als wirtschaftlicher Mittelpunkt durch. So wurde sein Rathaus an der Ostseite, dessen Geschichte bis ins 13. Jahrhundert reicht, zum Rathaus der ganzen Stadt.
Weil hier gehandelt wurde, wohnte hier auch die städtische Oberschicht. Sie ließ auf allen Seiten prächtige Giebelhäuser bauen, die im 18., 19. und frühen 20. Jahrhundert barock, klassizistisch und historistisch umgestaltet wurden. Schau dir die beiden Giebelhäuser südlich neben dem Rathaus an: Sie blieben, wie das Rathaus selbst, von den Bomben verschont.
Der Rest des Platzes erzählt vom Krieg. Bei den britischen Luftangriffen Ende April 1942 wurde die Südseite vollständig zerstört, dort entstand später die Hauptpost. Von den zehn Häusern der Nordseite überstanden nur drei, und auch die wurden 1959 abgerissen. Wo einst Giebel standen, liegt heute unter anderem eine Rasenfläche; über eine Wiederbebauung wird diskutiert.
Achte auf die Straßen, die in den Platz münden: Kröpeliner Straße, Lange Straße, Glatter Aal, Große Wasserstraße und Steinstraße. Gemeinsam mit einigen Nachbargassen zählten diese Namen einst zu den sprichwörtlichen sieben Rostocker Wahrzeichen. Von hier gehst du 370 Meter, gut fünf Minuten, in die Kröpeliner Straße hinein.














