Markt
Der Markt ist das Herz der Altstadt: ein fast quadratischer Platz von rund einem Hektar, der zeigt, wie viel Wismar als Mitglied der Hanse im Mittelalter galt. Seit 2002 steht die Altstadt zusammen mit dem Alten Hafen auf der UNESCO-Welterbeliste. Dein Blick fällt zuerst auf die Wasserkunst, zwischen 1579 und 1602 entstanden und bis heute eines der Wahrzeichen der Stadt. Das älteste Gebäude am Platz ist der Alte Schwede, ein Patrizierhaus von etwa 1380.
Das Rathaus hat schon zwei Vorgänger hinter sich: Der erste Bau brannte 1351 ab, der zweite stammte aus der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts, das heutige dritte Rathaus ist von 1819. Such auf dem Platz die Gedenktafel für Bürgermeister Johann Bantzkow und Ratsherr Hinrik van Haren. Als Befehlshaber einer Flotte erlitten sie 1427 in der Seeschlacht im Öresund eine verheerende Niederlage; nach Unruhen unter den Handwerkern wurden beide zum Tode verurteilt, und die Tafel erinnert an ihre Hinrichtung.
Die Straßennamen ringsum sind ein kleines Geschichtsbuch. Die Lübsche Straße führt nach Lübeck, die Krämerstraße trägt seit dem 13. Jahrhundert den Namen der Kaufleute, die Großschmiedestraße den der Grobschmiede, und die Dankwartstraße erinnert an den Schmied Tangmar, der um 1250 hier arbeitete. Hegede kommt vom niederdeutschen Wort für eine eingefriedete Wiese. Zwischen Markt und Hegede, bei Nr. 8/9, liegt der Durchgang Salzfässchen, benannt nach einer früheren Marktbude, die einem Salzfass glich.
Kaum zu glauben: Bis etwa 1995 war der Markt ein Parkplatz, gegliedert von großen Betonsteinen. Erst die Sanierungen in den 1990er Jahren und 2006/08 gaben ihm sein heutiges Steinpflaster, und heute findet hier der Wochenmarkt statt. 2018 brannten an der Südseite zwei Häuser fast vollständig nieder. Von hier sind es 640 Meter, rund 8 Minuten, zur Nikolaikirche.
















