Kieler Rathaus
Du startest unter dem Wahrzeichen der Stadt: Der Turm des Kieler Rathauses ragt 106 m hoch über den Rathausplatz. Tritt ein paar Schritte zurück und sieh dir das lange Hauptgebäude an. Es gliedert sich in drei deutlich verschiedene Teile: Die Flügel bestehen aus unverputztem Backstein, im Mittelteil kommt heller Stein dazu. Vier Geschosse, rund 6250 m² Grundfläche, das Ganze steht unter Denkmalschutz.
Gebaut wurde es, weil Kiel aus seinen Kleidern wuchs. Das alte Rathaus am Alten Markt war für die rasant wachsende Marine- und Werftenstadt zu klein geworden. Die Stadt schrieb einen Architektenwettbewerb aus, und der Karlsruher Hermann Billing gewann. 1907 begann der Bau, 1911 war das Haus fertig. Das Vorgängerhaus am Alten Markt ging im Zweiten Weltkrieg bis auf einige Kellergewölbe verloren.
Schau dir den Turm genau an: Billing lehnte ihn an einen italienischen Campanile an, nach dem Vorbild des Markusturms in Venedig. Der war 1902 eingestürzt und wurde ab 1903 wieder aufgebaut, deutsche Bauzeitschriften berichteten ausführlich. Kiel bekam also seinen Campanile genau in den Jahren, in denen ganz Europa über den venezianischen sprach.
Ein kurzer Blick hinein lohnt sich, wenn du Architektur magst: Die Eingangshalle ist über einem runden Grundriss angelegt und repräsentativ ausgestaltet. Der Eintritt ist frei.
Vom Rathaus sind es nur 300 m, etwa 4 Minuten, bis zum Holstenfleet, wo das Wasser zum ersten Mal mitten in die Stadt reicht.


















