Museum der Okkupationen und Freiheitskämpfe
Gegenüber dem Lukiškės-Platz steht ein strenges Gebäude, das die Einheimischen bis heute KGB-Museum nennen. Hier saß der sowjetische Geheimdienst, und genau deshalb beginnt dieser Rundgang hier: Wer Vilnius verstehen will, muss wissen, was das Land in fünfzig Jahren Besatzung erlebt hat.
Das Haus selbst ist ein Spiegel der wechselnden Herrscher. 1890 als Gericht des russischen Gouvernements Wilna fertiggestellt, nutzte es im Ersten Weltkrieg die deutsche Besatzung, nach der Unabhängigkeit diente es als Musterungsstelle der jungen litauischen Armee. Die Bolschewiki richteten kurz ein Revolutionstribunal ein, und nach der Besetzung durch Polen 1920 tagten hier die Gerichte der Woiwodschaft Wilno.
Das Museum entstand 1992 und gehört seit 1997 zum litauischen Forschungszentrum für Genozid und Widerstand. Es zeigt Dokumente und Gegenstände zu Verhaftungen, Deportationen und Hinrichtungen, vor allem aber zu den Partisanen, die gegen die Sowjetmacht kämpften. Bis 2018 hieß es Museum der Opfer des Genozids; nach internationaler Kritik, auch weil der Holocaust in Litauen nur wenig Raum bekommt, erhielt es seinen heutigen Namen.
Der Besuch kostet Eintritt und ist schwer, aber für alle, die sich für das 20. Jahrhundert interessieren, der wichtigste Innenbesuch des Tages. Plane gut eine Stunde ein. Danach sind es 880 m, etwa 12 Minuten, bis zum Pinigų muziejus.


























