Trakų pusiasalio pilis
Du startest an einer Burg, die viele Besucher übersehen: der Trakų pusiasalio pilis, der Halbinselburg. Sie liegt auf einer Halbinsel zwischen dem südlichen Galvė-See und dem Luka-See. Was du heute siehst, sind erhaltene Mauern und Türme, geschützt vom Historischen Nationalpark Trakai. Stell dir die Anlage vollständig vor: sieben Türme, verbunden durch eine zehn Meter hohe Mauer. Die drei größten Türme, jeweils 15 mal 15 Meter, deckten die verwundbarste Flanke im Südwesten, und ein mehr als zwölf Meter breiter Graben trennte die Burg von der Stadt.
Gebaut hat sie Kęstutis, Herzog von Trakai, ab etwa 1350; 1377 war sie fertig. Sie schützte Trakai und Vilnius, die Hauptstadt des Großfürstentums Litauen, gegen den Deutschen Orden. In den Bürgerkriegen jener Jahrzehnte wurde sie 1382, 1383 und 1390 angegriffen. Mit dem Frieden von Melno 1422 verlor sie ihre Bedeutung als Festung, die Großfürsten nutzten sie fortan als Residenz. Am 20. März 1440 wurde in dieser Burg Sigismund Kęstutaitis ermordet, im 16. Jahrhundert diente sie als Gefängnis.
Im Russisch-Polnischen Krieg des 17. Jahrhunderts wurde die Burg zerstört und nie wieder aufgebaut. 1678 übergab Marcjan Aleksander Ogiński, Woiwode von Trakai, das Gelände den Dominikanern. Die Mönche ließen sich Zeit: Erst in den 1770er Jahren bauten sie Kloster und Kirche, und beides gehört heute zum Ensemble. Achte deshalb auf zwei Zeitschichten an einem Ort, die mittelalterlichen Mauern und das Kloster des 18. Jahrhunderts.
Der Besuch kostet Eintritt. Er lohnt sich, wenn du verstehen willst, wie Trakai verteidigt wurde, bevor die Inselburg alles überstrahlte. Hast du nur Zeit für eine Burg von innen, heb sie dir für die Wasserburg am Ende auf. Zum Karaimenmuseum sind es 440 m, rund 6 Minuten; unterwegs kommst du am Geschichtsmuseum Trakai vorbei.










