Memelburg
Hier fing alles an, auch der Name, unter dem die Stadt jahrhundertelang bekannt war. Die Memelburg, auf Litauisch Klaipėdos pilis, ist heute Ausgrabungsstätte und Museum zugleich. Von der eigentlichen Burg siehst du keine Türme mehr: Im 19. Jahrhundert hatte sie ihre strategische Bedeutung verloren und wurde abgetragen. Was blieb, sind Mauerreste und Bastionen, und unter einer davon liegt seit 2002 das Museum.
Die Geschichte beginnt 1252. Der Deutsche Orden führte Krieg gegen die Prußen und sicherte seine Gewinne mit Burgen. Eberhard von Sayn schloss im Namen des Hochmeisters mit dem kurischen Bischof einen Vertrag über eine Festung zwischen Memel und Dangė, und noch im selben Jahr stand sie: aus Holz, mit einem Turm, mitten im Sumpf. Die Ritter nannten sie Memelburg, und Memel blieb der Name der Stadt bis 1923, als litauische Truppen sie übernahmen.
Der sumpfige Grund war wohl der Grund dafür, dass schon 1253 auf dem rechten Ufer der Danė eine Burg aus Stein entstand. Sie war Vorposten im Krieg gegen die heidnischen Litauer und ihre samogitischen Verbündeten und bekam das zu spüren: 1379 zerstörten Samogiten und Litauer die Anlage, 1393 errichtete der Orden einen großen Wehrturm, den die Litauer noch im selben Jahr wieder einrissen.
Lohnt der Eintritt? Wenn dich das Mittelalter und Ausgrabungen interessieren, ja: Die Restaurierung wurde 2021 abgeschlossen, und unter der Bastion stehst du direkt an den Mauern, um die so lange gekämpft wurde. Plane rund eine Stunde ein. Danach geht es 680 m, etwa 9 Minuten, aus der Burggeschichte in den Alltag zum Alten Markt.














