Stockholmer Rathaus
Du stehst vor dem Stockholmer Rathaus auf Kungsholmen, direkt am Mälaren. Schau dir zuerst den dunkelroten Ziegel an: Er wurde eigens für diesen Bau hergestellt, gut eine Million Steine von Hand geschlagen, knapp sieben Millionen maschinell. Darüber ragt der 106 Meter hohe Turm, eines der bekannten Wahrzeichen der Stadt.
1908 beschloss der Stadtrat, auf dem alten Grundstück der Eldkvarn, einer früheren Mühle, ein Gemeindehaus mit Festsälen zu bauen. Der Architekt Ragnar Östberg brauchte fünfzehn Jahre; eingeweiht wurde am Mittsommerabend, dem 23. Juni 1923, genau vierhundert Jahre nach Gustav Vasas Einzug in Stockholm. Östberg soll sich am Dogenpalast mit seinen Arkaden zum Wasser und am Campanile von San Marco in Venedig orientiert haben. Dazu mischte er italienische Renaissance, nordische Gotik und islamische Kunst zu einem ganz eigenen Stil.
Die Öffentlichkeit jubelte, einige Kritiker fanden das Haus allerdings schon bei der Eröffnung unmodern. Heute gilt es als Hauptwerk der schwedischen Nationalromantik und gehört seit 2025 zum schwedischen Kulturkanon. Hier tagt der Stadtrat, und jedes Jahr findet hier das Nobelfest statt.
Innen siehst du das Rathaus bei einer Führung, die Eintritt kostet. Sie lohnt sich, wenn dich Kunst und Festsäle reizen: Blå hallen, Gyllene salen und Prinsens galleri wurden von Künstlern wie Prinz Eugen, Carl Eldh, Einar Forseth und Carl Malmsten ausgestattet. Danach gehst du 880 m, etwa 12 Minuten, hinüber zum Riksdagshuset.




















