Maritiman
Am Kai der Göta älv liegen sie nebeneinander vertäut: zehn Schiffe, die zusammen das Maritiman bilden, nach eigener Angabe das größte schwimmende Museum der Welt. Du siehst graue Kriegsschiffe neben zivilen Fahrzeugen, und schon vom Ufer an der Packhuskajen bekommst du ein Gefühl dafür, wie eng und wie groß diese Rümpfe zugleich sind.
Die Geschichte dahinter beginnt mit einem Niedergang. Göteborgs Hafen war lange Schwedens Tor zu den Handelsrouten der Welt, doch nach der Werftenkrise der 1970er Jahre lag der innere Hafen leer. Ein paar Enthusiasten nutzten die Lücke und retteten historisch interessante Schiffe vor dem Abwracken. 1985 gründeten sie eine Stiftung, kämpften jahrelang ums Geld und öffneten im Sommer 1987 mit Hilfe der Stadt an der Lilla Bommen. Die Sammlung wuchs, zog an die Packhuskajen um, und am 20. August 1994 eröffnete König Carl XVI. Gustaf das neue Museum offiziell.
Ein Detail am Rand: Eines der Schiffe, die HSwMS Kalmarsund, ist an die Technische Hochschule Chalmers vermietet. Das Museum gehört außerdem zum Verbund des schwedischen Militärerbes, was man den grauen Rümpfen ansieht.
Lohnt es sich, an Bord zu gehen? Wer sich für Seefahrt und Marine interessiert, sollte rund eine Stunde einplanen; der Eintritt kostet etwas, lohnt sich dann aber. Wer nur schauen möchte, bekommt vom Kai aus einen guten Eindruck und geht weiter.
Vom Wasser sind es 660 Meter, etwa 9 Minuten, bis Kronhusbodarna, wo Göteborgs älteste Bauten aus der Gründungszeit beginnen.














