Piazza Unità d'Italia
Du stehst auf dem größten Platz der Stadt. Drei Seiten säumen neoklassische und einige barocke Gebäude, die vierte Seite ist einfach offen: Dort beginnt der Golf von Triest. Die Triestiner nennen ihn bis heute Piazza Grande, schlicht wegen seiner Größe. Hinter dir steigt der Stadthügel San Giusto an, auf dem dieser Rundgang endet, und links und rechts gehen die Theresienvorstadt (Borgo Teresiano) und die Josephsvorstadt (Borgo Giuseppino) ab, die der Platz miteinander verbindet.
Zur Römerzeit hättest du hier im Wasser gestanden. Erst als der römische Hafen versandete, wuchs die Stadt auf dem gewonnenen Boden ins Meer hinaus. Im Mittelalter war der Platz viel kleiner und länglich, er lag innerhalb der Stadtmauern und hatte keinen Blick aufs Wasser.
Die große Wende kam mit dem Jahr 1719, als Triest zum Freihafen wurde. Handel und Bevölkerung wuchsen rasant, die Stadt brauchte Raum, und am Ende des 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde der Platz radikal umgestaltet zu dem, was du heute siehst.
Achte auf den Namen, er erzählt die politische Geschichte der Stadt. Ursprünglich hieß der Platz Piazza San Pietro, nach dem Tod Kaiser Franz Josephs I. kurz Piazza Francesco Giuseppe, nach dem Anschluss an Italien 1918 Piazza Unità. Den heutigen offiziellen Namen Piazza dell'Unità d'Italia gab ihm Bürgermeister Gianni Bartoli am 25. April 1955, nach Jahren, in denen die Zukunft Triests nach dem Zweiten Weltkrieg offen war.
Vom Platz sind es 530 m, gut 7 Minuten, hinein in die Josephsvorstadt zum Museo Revoltella.
















