Wormser Dom
Der Wormser Dom steht auf dem höchsten Punkt der Innenstadt, und das hat einen Grund: Der Hügel lag sicher vor Hochwasser, deshalb lebten hier schon im dritten Jahrtausend vor Christus Menschen. Auf die Kelten folgten die germanischen Vangionen, nach denen das Umland bis heute Wonnegau heißt. Die Römer legten auf dem Hügel ein Handelszentrum und einen Tempelbezirk an. Nach dem Abzug der römischen Garnison 401 übernahmen zwölf Jahre später die Burgunder die Stadt, scheiterten 435 mit dem Versuch, sich von Rom zu lösen, und nach ihnen kamen die Franken, die hier zum Christentum übertraten.
Was du heute vor dir hast, ist der bedeutendste romanische Bau der Stadt, eng verbunden mit Bischof Burchard. Der größte Teil war 1181 fertig. Lies die Bauphasen ruhig ab: Westchor und Gewölbe kamen im 13. Jahrhundert dazu, das reich geschmückte Südportal erst im 14. Jahrhundert, und die Mittelkuppel wurde später neu aufgebaut.
In diesem Dom und um ihn herum wurde Reichsgeschichte geschrieben: 1048 die Nominierung Leos IX. zum Papst, 1122 das Wormser Konkordat, das den Investiturstreit beendete, 1235 die Hochzeit Kaiser Friedrichs II. mit Isabella von England und 1521 der Reichstag, auf dem Martin Luther als Ketzer verurteilt wurde. Bis 1802 war der Dom Sitz der Fürstbischöfe, die gleich nebenan im Bischofshof residierten. Danach blieb er Pfarrkirche, 1925 erhob ihn Papst Pius XI. zur Basilica minor.
Der Eintritt ist frei, und hinein solltest du unbedingt: Eine halbe Stunde lohnt sich für jeden, der romanische Architektur mag oder einfach die Mitte dieser Stadt verstehen will. Danach gehst du 310 m, rund 4 Minuten, zum Heylshof, genau dorthin, wo der Bischofshof stand.


















