Ortenburg
Du beginnst dort, wo Bautzen seinen Anfang nahm. Die Ortenburg, auf Obersorbisch schlicht Hród, die Burg, sitzt rund 20 Meter hoch auf einem Felssporn über dem östlichen Ufer der Spree. Das Gelände ist rund um die Uhr offen und kostet nichts, du kannst also in Ruhe ankommen. Schon der Name erzählt von der Lage: Man leitet ihn vom mittelalterlichen Wort „ort“ oder „ert“ ab, das eine vorgeschobene Stelle im Gelände meinte.
Warum gerade hier? Nahe Flussübergänge bündelten die Wege in west-östlicher Richtung, günstig gelegen zwischen bewaldeten Bergrücken im Süden und oft sumpfiger Heide im Norden. Wälle aus Bronze- und Eisenzeit werden vermutet, verlässlich belegt ist davon nichts, ebenso wenig wie die Stammesburg der Milzener. Diesem altsorbischen Stamm im Herzen der heutigen Oberlausitz rechnete man um 850 dreißig Burgen zu.
Laut der Chronik Thietmars von Merseburg zwang Heinrich I. die Milzener von Meißen aus in die Tributpflicht und holte ihr Land an der oberen Spree ins Ostfränkische Reich. Unter ihm soll der Bau einer Ringmauer begonnen haben, vollendet unter seinem Sohn Otto I. Wirklich wichtig wurde der Ort aber erst nach 970, als polnische und böhmische Herzöge Ansprüche stellten und sichere Wege durch die Oberlausitz zählten. Die Markgrafen von Meißen bauten die Burg aus, um 1000 galt sie als politischer Mittelpunkt der „terra milsca“, des Milzener Landes. Schriftlich taucht sie als „castrum Orthenburg in Budissin“ erstmals 1405 auf.
Behalte die Burg im Kopf: Später kehrst du hierher zurück, denn das Sorbische Museum sitzt im Salzhaus auf der Ortenburg. Jetzt geht es 340 Meter, etwa fünf Minuten, hinüber zum Dom St. Petri.




















