Obermarkt
Der Obermarkt ist der größte Platz der Görlitzer Altstadt und für viele das Tor zu ihr. Schau dich um: Anders als am Untermarkt mit seinen Renaissancefassaden prägen hier Häuser aus Barock und Gründerzeit das Bild. Am Rand siehst du den Reichenbacher Turm, den Kaisertrutz und die Dreifaltigkeitskirche, deren Geschichte eng mit diesem Platz verbunden ist.
Angelegt wurde der Markt um 1250, zusammen mit dem Untermarkt, mit dem ihn die Brüderstraße verbindet. Platz und Gassen bildeten im 14. Jahrhundert die Neustadt. 1401 tauchen erstmals die Namen Neumarkt für den östlichen und Oberneumarkt für den westlichen Teil auf; spätestens 1848, als die Stadt zu wachsen begann, setzte sich Obermarkt durch. Während auf dem Untermarkt die Handwerker standen, verkauften hier vor allem die Bauern.
Stell dir mitten auf dem Platz das Salzhaus vor, laut Chronik 1407 gebaut. Davor ließ man im Januar 1451 eine Kanzel für den Franziskanerprediger Johannes von Capistrano errichten, der hier 15 Predigten hielt. 1535/36 wurde das Salzhaus zum Tanz-, Kaufmanns- und Gewandhaus umgebaut, denn bis dahin gab es nur im Rathaus einen Tanzsaal, und der war der feinen Gesellschaft vorbehalten. Bis 1767 trug es hohe Spitzgiebel, danach ein Walmdach.
Die Franziskaner, für die Capistrano predigte, hatten ihr Kloster gleich nebenan. Ihre Kirche erreichst du nach 100 m, etwa eine Minute zu Fuß.






















