Albrechtsburg
Du beginnst dort, wo Meißen angefangen hat. Im Jahr 929 unterwarf König Heinrich I. bei der Belagerung von Gana den slawischen Stamm der Glomacze und ließ auf dem Felsen hoch über der Elbe eine Burg errichten. Sie hieß Misnia, nach einem nahen Bach, und aus ihr wuchs die Stadt. Von 965 an residierten hier die Markgrafen von Meißen, die 1423 mit Friedrich I. die sächsische Kurwürde erhielten.
Was du heute vor dir hast, ist jünger: ein spätgotisches Schloss, das Friedrichs Enkel, die Brüder Ernst und Albrecht, 1471 beim Baumeister Arnold von Westfalen bestellten. Es wurde das erste deutsche Schloss, gebaut an der Stelle der alten Markgrafenburg. Die Pointe: Den Hof der Wettiner hat es nie beherbergt. Noch während gebaut wurde, teilten die Brüder 1485 ihr Land. Albrecht bekam die Markgrafschaft Meißen samt dem neuen Schloss, Ernst das Herzogtum Sachsen mit Wittenberg und damit die Kurwürde.
Zwischen 1495 und 1500 ruhte der Innenausbau in den oberen nördlichen Teilen. Erst Albrechts Sohn, Herzog Georg, ließ sie 1521 von Jakob Heilmann vollenden. Aus dieser Zeit stammen ein Schlingrippengewölbe im Stil Benedikt Rieds, der in Prag wirkte, und ein Kamin im Raum darüber. Achte am Großen Wendelstein auf die Brüstungsreliefs des Bildhauers Christoph Walther I., deren Rahmen schon Formen der Frührenaissance zeigen. Ihren heutigen Namen trägt die Burg übrigens erst seit 1676, nach Albrecht, einem ihrer ersten Herren.
Lohnt sich der Innenbesuch? Wenn dich Architektur und sächsische Geschichte reizen, unbedingt: Gewölbe und Kamin siehst du nur drinnen. Plane gut eine Stunde ein. Danach sind es nur 200 m, drei Minuten, hinüber zum Dom, der direkt neben der Burg auf dem Berg steht.














