Alter Hansehafen
Du stehst am Wasser, und zu beiden Seiten ziehen sich Fachwerkhäuser die ganze Länge des Beckens entlang. Das ist der Alte Hansehafen, ein Binnenhafen an der Schwinge mitten in der Altstadt. Schau dir die beiden Uferzeilen getrennt an: Die Häuser am Wasser West reichen bis ins 15. Jahrhundert zurück. Die am Wasser Ost sind jünger, weil die ursprüngliche Bebauung dort dem Stadtbrand von 1659 zum Opfer fiel. Diesem Brand begegnest du auf dem Rundgang noch mehrmals.
Angelegt wurde der Hafen um das Jahr 1000. Vorher machten die Schiffe an einer natürlichen Schiffslände fest. Um 1300 wurde das Hafenbecken verschwenkt, und seitdem liegt es genau dort, wo du jetzt stehst. Wie viel Geschichte im Schlamm steckt, zeigte eine große Grabung der Stadtarchäologie: Die Funde decken rund tausend Jahre Hafenleben ab.
Lange war das hier ein Tidehafen, über den Unterlauf der Schwinge mit der Elbe und ihren Gezeiten verbunden. Dann kam die große Sturmflut im Februar 1962 und setzte den Norden der Altstadt unter Wasser. Seit 1968 trennen ein Wehr und eine darüber geführte Straße den Hafen vom Tidegewässer. Schiffbar ist er seitdem nicht mehr, aber sein Charme hat ihn zum Anziehungspunkt gemacht: Auf den alten Kaimauern sitzt man heute vor allem in der Gastronomie, besonders im Sommerhalbjahr.
Am nordöstlichen Ende liegt seit 1792 das Schwingesiel, daneben der 1705 fertiggestellte Schwedenspeicher mit dem Museum zur Stadtgeschichte. Dein Weg führt in die andere Richtung: 130 Meter, etwa zwei Minuten am Ufer entlang zum Fischmarkt am südwestlichen Ende des Hafens.














