Schloss vor Husum
Du startest am einzigen erhaltenen Schloss an der Westküste Schleswig-Holsteins. Gebaut wurde es im 16. Jahrhundert als Nebenresidenz der Herzöge von Schleswig-Holstein-Gottorf, und schon der Name verrät die Lage: vor Husum, nicht mitten drin.
Bevor hier ein Herzog wohnte, stand an dieser Stelle das Graukloster. Franziskaner gründeten es wohl um 1494, den Namen gab ihm die graue Farbe ihrer Kutten. Mit der Reformation war Schluss: Ab 1528 diente das alte Klostergebäude als Haus für Arme und Kranke, und aus seinen Einnahmen wurde auf Anregung des Reformators Hermann Tast eine Lateinschule gegründet.
Den Neubau verdankt Husum Herzog Adolf, dem ersten Herrscher des 1544 entstandenen Herzogtums Schleswig-Holstein-Gottorf. Als Halbbruder des dänischen Königs Christian III. wollte er seinen Rang zeigen und ließ eine ganze Reihe prächtiger Bauten im Stil der niederländischen Renaissance errichten, darunter Schloss Reinbek, Schloss Tönning und den Nordflügel von Schloss Gottorf. Im 18. und 19. Jahrhundert wohnte gelegentlich die dänische Königsfamilie hier, daneben zogen Amtsstuben ein, die nach 1864 fast das ganze Haus belegten. So blieb dem Bau in Husum der Name „königliches Schloss“.
Heute ist das Schloss Museum und Kulturzentrum, außerdem Bühne für das jährliche Festival Raritäten der Klaviermusik. Der Innenbesuch kostet Eintritt und lohnt sich, wenn dich die Zeit der Herzöge und der dänischen Könige interessiert; plane eine Stunde ein.
Vom Schloss gehst du 480 m, gut 6 Minuten, hinein in die Stadt bis zum Marktplatz.
















