Ludwigskirche
Die Ludwigskirche ist das Wahrzeichen Saarbrückens, und sie war nie als Einzelbau gedacht. Friedrich Joachim Stengel entwarf Kirche und Ludwigsplatz im Auftrag von Fürst Wilhelm Heinrich als ein Gesamtkunstwerk, nach dem Vorbild einer barocken Place royale. Sie gilt als eine der bedeutendsten evangelischen Kirchen Deutschlands, in einer Reihe mit der Dresdner Frauenkirche und St. Michaelis in Hamburg. Der Grundriss ist ungefähr ein griechisches Kreuz: Die Arme sind 38,5 und 34,2 Meter lang und jeweils 17 Meter breit.
Gebaut wurde ab 1762. Als Wilhelm Heinrich 1768 starb, ging das Geld aus und die Arbeiten standen still. Erst sein Sohn Ludwig vollendete die Kirche 1775, und nach ihm trägt sie ihren Namen. Geweiht wurde sie am 25. August 1775 mit einem Gottesdienst und einer Kantate, die eigens für diesen Tag komponiert worden war.
Am 5. Oktober 1944 traf eine Bombe die Kirche, übrig blieben nur die Außenmauern. Der Wiederaufbau begann 1949 und ist bis heute nicht ganz abgeschlossen. Vor allem stritt man von den 1950er Jahren bis in die 1970er darüber, ob das vollständig verlorene barocke Innere nach den alten Plänen rekonstruiert werden sollte. Zuerst einigte man sich auf eine moderne Ausstattung hinter historischer Fassade, gab diesen Plan dann aber auf. Seit 2009 ist auch der Fürstenstuhl wieder da, die fürstliche Loge auf der Empore gegenüber der Orgel.
Schau beim Umrunden nach oben: Auf den steinernen Balustraden standen einst 28 Figuren von Aposteln, Propheten und anderen biblischen Gestalten, und mehr als die Hälfte davon fehlt noch. In den Nischen der Außenwände stehen die vier Evangelisten. Hinein lohnt es sich unbedingt, der Eintritt ist frei: Der Stuck mit Kartuschen und Rocaille zeigt, wofür man jahrzehntelang gestritten hat.
Von hier gehst du 580 m, etwa 9 Minuten, zur Schlosskirche Saarbrücken. Unterwegs kommst du am Museum für Vor- und Frühgeschichte Saarbrücken vorbei.


















