Barrage Vauban
Du stehst auf einem Bauwerk, das im Ernstfall eine ganze Landschaft unter Wasser setzen sollte. Das Barrage Vauban, auch Grande Écluse genannt, ist eine Brückenschleuse mit dreizehn Bögen. Gebaut wurde sie zwischen 1681 und 1688 vom Ingenieur Jacques Tarade nach Plänen Vaubans, der genau hier eine Schwachstelle der Festung sah: Wo die Ill in die Altstadt fließt, reichten die mittelalterlichen gedeckten Brücken gegen die moderne Artillerie nicht mehr aus.
Das Prinzip war einfach und wirkungsvoll. Eiserne Platten schlossen die Bögen dicht, der Fluss stieg, und die Felder und Obstgärten im Süden der Stadt wurden zum Sumpf, in dem feindliche Truppen stecken bleiben sollten. Im Krieg von 1870 kam das tatsächlich zum Einsatz, bei der Belagerung wurden die Viertel flussaufwärts geflutet. Danach ließen die deutschen Behörden das Wehr um ein Geschoss erhöhen und mit Erde und Rasen bedecken. Im Lauf der Zeit hieß es auch Mehlschleuse oder Kasemattenbrücke; seit 1971 steht es unter Denkmalschutz.
1966 legte die Stadt auf dem Dach eine Panoramaterrasse an, und sie ist frei zugänglich. Von oben blickst du auf die Ponts couverts und die Petite France, dahinter das Münster. Wer genau diesen Postkartenblick sucht, findet ihn hier und nicht auf der Münsterplattform; die zeigt dir dafür das Dächermeer und die Berge am Horizont.
Von hier sind es 510 Meter und 7 Minuten zur Maison des Tanneurs, mitten durch die Petite France mit ihren Fachwerkhäusern am Wasser.


















